Neunkirchen: Zwischenbilanz der Klimaschutzoffensive

Fünf Jahre Klima-Offensive in Neunkirchen

Reporter: Lea Kiehlneker/Onlinefassung: Corinna Kern   03.04.2025 | 12:46 Uhr

Der Kampf gegen den Klimawandel bleibt eine wichtige Aufgabe auf allen Ebenen. Die Stadt Neunkirchen hat sich dieser Aufgabe schon angenommen und vor fünf Jahren eine sogenannte Klimaschutzoffensive gestartet.

Im Jahr 2019, als das Bewusstsein für die Klimakrise einen Höhepunkt erreicht hat, haben viele Kommunen in Deutschland den Klimanotstand ausgerufen. Neunkirchen wollte das Ganze lieber konkreter machen. Die Stadtratsfraktionen haben sich deshalb zusammengesetzt und einen Plan mit 27 Maßnahmen für die Verwaltung ausgearbeitet: die Klima-Offensive.

Maßnahmen zur Bewältigung des Klimawandels

Anfang 2020 - also vor rund fünf Jahren - wurde sie verabschiedet. „Wir sind auf einem guten Weg, aber noch lange nicht am Ende des Weges angekommen", sagt Oberbürgermeister Jörg Aumann. Die Stadt versuche ihren Anteil zur Bewältigung des Klimawandels beizutragen.

Das Paket umfasst Maßnahmen in den Bereichen Energie, Mobilität, Umwelt- und Artenschutz, Wasser und Bildung. Dabei gibt es längerfristige Großprojekte, aber auch kleinere Maßnahmen, die schnell umgesetzt werden konnten.

Langsamer Ausbau öffentlichen Ladepunkte für E-Autos

Dazu zählen laut Aumann beispielsweise die Errichtung eines Trinkbrunnens in der Innenstadt. Er soll bei heißen Temperaturen für Erfrischung sorgen. Bei den öffentlichen Ladepunkten für Elektrofahrzeugen würde sich Aumann einen schnelleren Ausbau wünschen. "Aber wir tun, was wir können."

Die Klima-Offensive sieht also einerseits Maßnahmen zur CO2-Einsparung vor, und andererseits Maßnahmen, die die Folgen des Klimawandels erträglicher machen sollen.

Auch der BUND schreibt auf SR-Anfrage, dass die Stadt Neunkirchen mit der Klima-Offensive auf einem guten Weg sei. Es müsse aber noch mehr auf Bäume und Grünflächen geachtet werden.

Wärmeplanung hinkt hinterher

Eine große Baustelle sieht Florian Noll noch im Bereich der Wärmeplanung. Noll hat am Institut für Zukunftsenergie- und Stoffstromsysteme schon an zahlreichen Klimaschutzkonzepten mitgearbeitet.

"Ich glaube das ist in allen Gemeinden im Saarland und auch in Deutschland, dass das Thema Wärmeplanung die letzten zehn Jahre verschlafen worden ist. Und da hätte auch die Stadt Neunkirchen natürlich schon weiter sein können", so Noll.

Bereits 2014 habe es ein integriertes Konzept zur Wärmeplanung mit vielen Vorschlägen gegeben, um Wärmenetze und andere Dinge anzugehen. "Und da ist man glaub ich in ganz Deutschland, so auch Neunkirchen noch ein bisschen hinterher.“

Keine Fristen für Umsetzung

Noll betont außerdem, dass es wichtig sei, die Maßnahmen laufend auszuwerten und gegebenenfalls auch nochmals anzupassen. Es sei außerdem sinnvoll, wenn sich die Stadt einen konkreten Zeitplan mit Fristen für die Umsetzung der Ziele setze. Insgesamt sieht er bisher aber durchaus gute Fortschritte.


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