Gefährliche Futter-Snacks: Probleme in saarländischen Tierparks

Gefährliche Futter-Snacks: Probleme in saarländischen Tierparks

Reporter: Max Zettler / Onlinefassung: Andree Werner   03.04.2025 | 09:50 Uhr

In den Tier- und Wildparks des Saarlandes sorgt selbst mitgebrachtes Futter oft für gesundheitliche Probleme bei den Tieren. Bei einem Vorfall in Saarwellingen ist kürzlich sogar eine Hirschkuh verstorben. Die Parks ergreifen nun Maßnahmen - auch mit Verweisen.

Viele Tier- und Wildparks im Saarland kennen es: Besucher bringen selbst mitgebrachte Snacks für die Tiere mit und verfüttern diese. Allerdings kann das schlimme Folgen für das Tier haben. Ein tragisches Beispiel ist der Tod einer Hirschkuh in Saarwellingen, der auf unsachgemäße Fütterung zurückzuführen ist. Fast alle Wildparks in der Region kämpfen mit diesem Problem.

Weit verbreitete Probleme

In fast allen Wildparks im Saarland, darunter Saarbrücken, Merzig, Freisen und Differten, bringen Besucher häufig Futter mit, sogar rohe Nudeln. Dies stellt ein ernsthaftes Problem dar, da solche Nahrungsmittel für die Tiere sehr schädlich sein können.

Unwissenheit der Besucher

Viele Besucher, wie die kleine Eva und ihre Familie, kaufen das zugelassene Futter im Park, doch nicht alle halten sich daran. Tierpflegerin Helena Heger berichtet von gravierenden Fällen: Manche Besucher hätten sogar versucht, Affen mit Gummibärchen oder die Emus mit Chips zu füttern. Auch Brot und rohe Spaghetti würden häufig von Besuchern verfüttert, obwohl solche Lebensmittel den Tieren schaden.

Warum ist falsches Futter so gefährlich?

Die meisten Tiere in den saarländischen Wildparks sind Wiederkäuer und ernähren sich von rohfaserreicher Pflanzennahrung. Lebensmittel wie Chips enthalten keine verwertbaren Nährstoffe für sie. Brot mit Backtriebmitteln ist für Pferde und Ziegen unverdaulich und kann zu ernsthaften gesundheitlichen Problemen führen.

Tierpflegerin Helena zeigt was ein verendeter Hirsch im Magen hatte (Foto: SR / Max Zettler)
Tierpflegerin Helena zeigt was ein verendeter Hirsch im Magen hatte

Wildparks greifen durch

Obwohl viele Parks mit Schildern darauf hinweisen, dass eigenes Futter verboten ist, ignorieren einige Besucher diese Regel. In härteren Fällen wurden Uneinsichtige bereits des Parks verwiesen.

Futterautomaten als Lösung

In vielen Parks stehen mittlerweile Futterautomaten, die eigenes Futter anbieten. Diese Automaten ermöglichen es den Besuchern, Futter für einen Euro oder auf Spendenbasis zu kaufen. Dadurch bringen sie seltener eigene Futter-Snacks mit - zum Wohl der Tiere.

Empfehlung für Wildparkbesucher

Grundsätzlich wird empfohlen, beim Besuch eines Wildparks nur das Futter zu verwenden, welches der Park auch selbst für die Tiere anbietet. Daher ist es am besten, auf selbst mitgebrachte Snacks zu verzichten und sich an die Angebote des Parks zu halten. Denn gesunde und muntere Tiere anzuschauen macht ja schließlich für alle viel mehr Spaß.


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Ein Thema in "Guten Morgen" am 03.04.2025 auf SR 3 Saarlandwelle

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