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Neue Prognose: Mehr Arbeitslose, weniger Beschäftigung im Saarland

  04.04.2025 | 20:32 Uhr

In diesem Jahr wird die Arbeitslosigkeit im Saarland im Vergleich zum Vorjahr wohl spürbar ansteigen, wie aktuelle Berechnungen von Arbeitsmarktforschern zeigen. Gleichzeitig sinkt die sozialversicherungspflichtige Beschäftigung - im Saarland wohl so stark wie in keinem anderen Bundesland.

Die Zahl der Arbeitslosen im Saarland könnte in diesem Jahr im Jahresschnitt um rund 5,4 Prozent steigen - und damit etwas stärker als im bundesdeutschen Schnitt. Das zeigt die regionale Arbeitsmarktprognose, die das Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung am Freitag veröffentlicht hat.

Größte Anstiege in Bayern und Mecklenburg-Vorpommern

Die größten relativen Anstiege gibt es demnach in Bayern mit 7,3 Prozent und Mecklenburg-Vorpommern mit 7,2 Prozent. Bayern hat trotz des erwarteten Anstiegs aber weiterhin die niedrigste Arbeitslosenquote bundesweit mit 3,9 Prozent.

Im Saarland könnte die Arbeitslosenquote von 7,0 Prozent im Jahr 2024 auf 7,4 Prozent steigen. Die höchsten Quoten bundesweit haben die Stadtstaaten Bremen mit 11,6 Prozent und Berlin mit 10,0 Prozent.

Stärkster Rückgang der Beschäftigung bundesweit

Während in den beiden Stadtstaaten ähnlich wie im gesamtdeutschen Schnitt die Beschäftigung aber noch leicht wachsen könnte, wird im Saarland ein deutlicher Rückgang um 0,9 Prozent, umgerechnet rund 3700 Jobs, erwartet. Das ist das stärkste Minus bundesweit. Auch in den Nachbarregionen Trier und Kaiserslautern-Pirmasens werden die Beschäftigtenzahlen wohl sinken.

"Die Dynamik des Arbeitsmarktes hängt weiterhin entscheidend von aktuellen Entwicklungen ab", sagte IAB-Forscher Rüdiger Wapler. "Eine schnelle Entfaltung des Finanzpaketes und eine Beilegung der Handelskonflikte würden die Entwicklung der regionalen Arbeitsmärkte begünstigen."

Ein Risiko stellten hingegen die eskalierenden Handelsstreitigkeiten mit den USA dar. Auch die "historisch extrem niedrigen Einstellungschancen für Arbeitsuchende, die unter anderem der schwierigen Lage in der Industrie geschuldet sind", seien eine große Herausforderung.


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