Kirchen im Saarland verlieren weiter Mitglieder

Kirchen im Saarland verlieren weiter Mitglieder

mit Informationen von Christian Otterbach   27.03.2025 | 15:05 Uhr

Seit Jahren ist die Zahl der Katholiken und Protestanten im Saarland rückläufig. Auch 2024 haben wieder viele Menschen der Kirche den Rücken gekehrt – auch wenn die Zahl der Austritte etwas zurückgegangen ist. Derzeit gehören fast 600.000 Saarländer noch der katholischen oder evangelischen Kirche an.

Die beiden großen Kirchen in Deutschland haben im vergangenen Jahr zusammen mehr als eine Million Mitglieder verloren. Das geht aus neuesten Zahlen der Evangelischen Kirche in Deutschland und der Deutschen Bischofskonferenz hervor. Danach gehörten Ende 2024 noch 37,8 Millionen Menschen in Deutschland einer der beiden Kirchen an.

Weniger Saarländer Teil der Kirche

Im Saarland beobachten die beiden katholischen Bistümer Trier und Speyer sowie die evangelischen Kirchen der Pfalz und im Rheinland den gleichen Trend. Sowohl hier als auch in der Region ist die Zahl beider Konfessionen weiter rückläufig.

Im Saarland sank die Zahl der Katholiken um knapp dreieinhalb Prozent auf jetzt noch gut 470.000, bei den Protestanten waren es rund drei Prozent auf nicht ganz 110.000.

Kirchenaustritte und Geburtendefizit
Wo die Kirchen im Saarland die meisten Mitglieder verloren haben
Immer weniger Menschen im Saarland gehören einer der beiden großen Kirchen an. Nach wie vor ist das Saarland zwar das katholischste Bundesland – in einigen Städten sind Menschen, die keiner oder einer anderen Religion angehören aber bereits in der Mehrheit.

Viele Austritte, wenige Taufen

Das liegt vor allem an zwei Faktoren. Weiterhin treten viele Menschen aus den beiden großen Kirchen aus, auch wenn die Zahlen diesmal etwas geringer ausfallen als im Vorjahr. Aus der katholischen Kirche traten laut der Kirchlichen Statistik 9193 Menschen aus.

Im evangelischen Kirchenkreis Saar-Ost gab es 691 Austritte, im Kirchenkreis Saar-West waren es 1499. Die beiden Kirchenkreise der Evangelischen Kirche im Rheinland decken nach eigenen Angaben etwa vier Fünftel der Fläche des Saarlandes ab.

Außerdem werden schlicht weniger Kinder getauft als ältere Menschen kirchlich bestattet.

Kirchen sehen sich im Wandel

Die Reaktionen in den Bistümern und Landeskirchen fallen ähnlich aus. Die Kirchen stünden vor einem großen Wandel und müssten damit zurechtkommen, dass sie in einer zunehmend säkularen Gesellschaft eine kleinere Rolle spielten.

"Wir müssen Kirche grundlegend verwandeln", sagte etwa der Präses der Evangelischen Kirche im Rheinland, Thorsten Latzel.

Über dieses Thema haben auch die SR info Nachrichten im Radio am 27.03.2025 berichtet.


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