Sonnige Gewitterwolken, typisches Aprilwetter (Foto: IMAGO / Achille Abboud)

Warum „macht der April, was er will“?

Rebecca Wehrmann   28.04.2024 | 08:33 Uhr

„April, April, der macht, was er will“ – das haben die Saarländer diesen Monat deutlich zu spüren bekommen. Von fast schon sommerlichen Temperaturen bis zum Wintereinbruch, mit Schnee und Graupelschauern, war schon alles dabei. Warum ist das so?

Sommer-Vibes mit T-Shirts, Shorts und langen Schlangen an den Eisdielen, die gab es vor rund zwei Wochen im Saarland. Anfang der Woche war quasi der Winter zurück – mit frostigen Temperaturen, Graupelschauern, Hagel und auch Schnee in den höheren Lagen.

Das hat für Unmut bei Bauern gesorgt, die um ihre Ernte bangen, aber auch Gartenbesitzer trauern um eingegangene Pflanzen. In den Vogesen sah es sogar nach „Winter-Wonderland“ aus, weil dort ordentlich Schnee fiel. Und auch die Tier- und Insektenwelt hatte mit dem Wetter zu kämpfen.

Video [aktueller bericht, 22.04.2024, Länge: 1:51 Min.]
Wintereinbruch in den Vogesen

April – Umschwung von Winter auf Frühjahr/Sommer

Wie kann das sein? Von gefühltem Sommer zu frostigen Temperaturen in nur wenigen Tagen? Was ist dran am Sprichwort „April, April, der macht, was er will"?

„Das liegt daran, dass der April der Monat ist, in dem wir zwischen Winter und Frühling beziehungsweise Sommer stehen. Hier kann noch sehr kalte Luft aus dem Norden kommen – aber auch sehr warme Luft aus dem Süden“, sagt Pila Bossmann vom ARD Wetterkompetenzzentrum.

Der Grund für die Schauer, die in höheren Lagen auch gerne mal als Schnee runterkommen können, der sei in den höheren Luftschichten zu finden. „Wenn die Luft in der Höhe sehr kalt ist (rund fünf Kilometer über der Erde) und die auf eine starke Sonneneinstrahlung trifft, umso labiler sind die Luftschichten und damit steigt auch die Wahrscheinlichkeit für Schauer“, so die Wetterexpertin.

„Ist die Luftmasse sehr kühl, so wie im Moment, dann kann es in höheren Lagen auch Schnee geben.“

Wochenende bringt Wärme

Der April sei typischerweise der wechselhafteste Monat, wobei das oft auch schon Ende März beginne. Das sehr unbeständige Wetter hat aber bald ein Ende: „Anfang Mai hört das auf, weil die Temperaturunterschiede der verschiedenen Luftschichten geringer werden, weswegen dann die Luft nicht mehr so labil ist“, so Bossmann.

Das klingt erstmal nach guten Nachrichten – und rein auf die Temperatur bezogen wird es auch deutlich milder. „Im Saarland kommen wir auf 19 Grad. Am Anfang kommender Woche auch 20 Grad.“ Die T-Shirts bleiben aber wohl trotzdem erstmal im Schrank, denn Regen kann es weiterhin geben.

„Es bleibt weiterhin wechselhaft, weil Tiefausläufer den Westen Deutschlands, und damit das Saarland, erreichen.“ Wir müssen also immer wieder mit Wolken und Schauern rechnen.


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