Wird die KI bald die Sprecher ersetzen?

Wird die KI bald die Sprecher ersetzen?

Reporter: Jesko Peppler-Günther/Onlinefassung: Dagmar Scherer   04.04.2025 | 13:00 Uhr

Ob im Kino, beim Hörbuch, im Videospiel oder in der Werbung – Sprecher verleihen mit ihren Stimmen den Figuren Leben und Emotionen. Doch in einer Welt, in die Künstliche Intelligenz (KI) immer mehr Einzug erhält, stellt sich die Frage: Wird die KI auch bald die menschliche Stimme ersetzen? Vielleicht sogar im Radio? Die Saarbrücker Sprecherin Sabine König, macht sich jedenfalls Sorgen.

Sabine König ist die „Stimme“ eines Radiosenders. Sie ist es, die die Hörer in die Welt des Senders eintauchen lässt, Informationen und Emotionen glaubhaft vermittelt. Ihre Stimme ist mehr als nur ein Ton – sie ist die Brücke zwischen den Hörerinnen und Hörern sowie den Inhalten, die sie hören. Doch diese Kunst könnte bald der Vergangenheit angehören.

KI ist kostengünstig

Der digitale Wandel und die rasante Entwicklung der KI bedrohen den Job von Sprecherinnen und Sprechern wie Sabine. Die E-Learning-Jobs seien weniger geworden "und selbst Image-Filme, die ich früher sehr, sehr viel gesprochen habe, werden teilweise schon durch KI ersetzt", sagt sie. Man könne es hören, dass der Text von einer KI gesprochen werde, sagt sie. Es fehle an Emotionen. "Aber es gibt einfach Kunden, denen ist das egal." Dabei gehe es natürlich auch um Geld, ums Budget.

Neben der Radiomoderation gibt Sabine König seit über 20 Jahren auch unterschiedlichen Charakteren in Hörbüchern und Videospielen eine Stimme. Doch genau dieser Job könnte bald von einer KI übernommen werden.

Sprecher begehren auf

Ein Szenario, das auch andere Sprecherinnen und Sprecher besorgt, selbst diejenigen, die berühmten Hollywood-Stars wie Angelina Jolie oder Ben Affleck ihre Stimme leihen. KI kann nämlich Stimmen imitieren, wenn sie mit Sprachaufnahmen „gefüttert“ wird. Die Sprecher fordern von der Politik Schutzmechanismen gegen den Missbrauch von KI. Die KI sei mit ihren Stimmen trainiert worden, ohne dass es dafür eine Zustimmung gegeben habe - das sei illegal, so die Argumentation.

Gefahrenpotenzial der Stimmimitation

Die Imitation von Stimmen ist aber nicht nur für die Urheber problematisch. Experten gehen davon aus, dass KI schon bald Stimmen täuschend echt imitieren kann. "Die Stimmen können in beliebigen Kontexten eingesetzt werden - für beliebige Zwecke. Und gerade wenn Stimmen bekannt sind, kann man damit stärker bestimmte Botschaften verknüpfen und zwar in beliebige Richtungen", sagt Prof. Antonio Krüger, KI-Experte am Deutschen Forschungszentrum für Künstliche Intelligenz in Saarbrücken. Er sieht darin eine echte Sicherheitsgefahr.

Ein Thema in der "Region am Mittag" am 04.04.2025 auf SR 3 Saarlandwelle

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