Ein Haus für Künstler von Künstlern im Saarland
Das saarländische Künstlerhaus in der Saarbrücker Karlstraße. In diesem Jahr feiert es sein 40-jähriges Jubiläum. Zeit also mal kurz zurück und vor allem: nach vorne zu schauen.
Zurzeit sind im Saarländischen Künstlerhaus die sehr farbigen, großformatigen Gemälde von Anne Marie Stöhr zu sehen. Sie ist eine arrivierte Malerin der saarländischen Kunstszene.
"Hauptsache, die Kunst ist jung"
Ob die Künstler, die Mitglieder alle jung seien, spiele keine so große Rolle, sagt Maja Andrack-Sokolova, die Vorsitzende des saarländischen Künstlerhauses. "Hauptsache, die Kunst ist jung." Das Anliegen des Künstlerhauses sei es, frische Sachen zu zeigen.
Ein Ort für den Austausch
Als das Künstlerhaus vor 40 Jahren gegründet wurde, geschah dies auf Betreiben der jungen Künstler und Schriftsteller im Saarland, die eine gemeinsame Bleibe suchten. 1985 hatten sich einige Künstlergruppen und Schriftstellerverbände zusammengetan, um einen Ort zu finden, an dem sie ihre Arbeiten präsentieren können. Es sollte ein Ort sein, "in dem Kunst gelebt wird und Diskurse darüber geführt werden", so Maja Andrack-Sokolova.
Es ging also zunächst einmal darum, eine Binnenstruktur für die Künstlerinnen und Künstler im Saarland zu schaffen.
Kunst muss auch gesehen werden
Ausstellungen und der Dialog mit dem Publikum seien aber von Anfang an ebenfalls ein Anliegen des Künstlerhauses gewesen, sagt Ulrich Behr, selbst Künstler und stellvertretender Vorsitzender des Künstlerhauses. Es sei einfach ganz wichtig, dass die Kunst von den Menschen hier auch gesehen werden könne. Deshalb habe das Künstlerhaus auch Öffnungszeiten wie ein Museum.
Doch kommen die Besucher wirklich? Man hat bisweilen den Eindruck, als kämen immer dieselben. Da widerspricht Maja Andrack-Sokolova energisch. "Wir haben hier Publikum." Bei einer Ausstellungseröffnung gebe es mitunter schon bis zu 150 Besucher.
Und was ist mit den jungen Künstlern?
Allerdings, und das geben die beiden Vorsitzenden des Künstlerhauses auch zu: Neue junge Mitglieder für das Künstlerhaus zu gewinnen, ist nicht einfach. Viele der jungen Künstler müssten sich erst mal entscheiden, ob sie überhaupt im Saarland bleiben, so Andrack-Sokolova.
Und das ist auch nachvollziehbar. Es gibt im Saarland kaum nennenswerte Galerien, so gut wie keine Sammler und somit auch wenige Möglichkeiten, sein Brot mit der Kunst zu verdienen.
Auch Ulrich Behr muss mit seinem zweiten Standbein, der Kunstherapie, für seinen Lebensunterhalt sorgen. Um so wichtiger, so der Künstler, sei es, dass es solch einen Ort wie das Künstlerhaus gibt. "Es ist ein Netzwerk, das einen stützt, trägt, hält und wo man eben auch mehr in die Öffentlichkeit treten kann."
Auf einen Blick
Saarländisches Künstlerhaus
Saarbrücken e. V.
66111 Saarbrücken
Karlstr. 1
kuenstlerhaus-saar.de
Öffnungszeiten Ausstellungen
Dienstag bis Sonntag 10.00 bis 18.00 Uhr
Der Eintritt ist frei
Zum Tod des Künstlerhaus-Mitbegründers Lukas Kramer
Ein Thema in der "Region am Nachmittag" am 25.02.2025 auf SR 3 Saarlandwelle