Funkenflug bei Schweißarbeiten (Foto: IMAGO / Addictive Stock)

Anschluss verpasst? Sorgenkind Wirtschaft im Saarland

  02.04.2025 | 06:00 Uhr

Stahl, Maschinenbau, Autozulieferer: Das Saarland ist ein Industrieland. Aber wie lange noch? Besonders die Wirtschaftslage bereitet Saarländerinnen und Saarländern im aktuellen Saarlandtrend große Sorgen.

Für die Saar-Wirtschaft gab es zuletzt viele Hiobs-Botschaften, ob bei Schaeffler, ZF, Bosch oder Saarstahl. Die Industrie- und Handelskammer hatte bereits zum Jahreswechsel wenig Hoffnung auf eine gute Wirtschaftslage geäußert. Die Ankündigung der neuen US-Zölle der Trump-Regierung auf Importe dürfte vor allem den Automobilzweig noch weiter in Bedrängnis bringen.

Saarlandtrend 2025: Sorgenkind Wirtschaft im Saarland
Video [SR.de, (c) SR, 02.04.2025, Länge: 01:25 Min.]
Saarlandtrend 2025: Sorgenkind Wirtschaft im Saarland

Im aktuellen Saarlandtrend, für den Infratest Dimap im Auftrag des Saarländischen Rundfunks über 1000 Saarländerinnen und Saarländer befragt hat, ist die Wirtschaft wohl deshalb auch das mit Abstand am häufigsten genannte wichtigste Problem, das die Landesregierung in den Griff kriegen sollte, vor Asylpolitik/Zuwanderung und Bildung.

Frage: Welches ist Ihrer Meinung nach das wichtigste politische Problem im Saarland, das vordringlich gelöst werden muss? Und welches ist das zweitwichtigste? (Mehrfachnennungen waren möglich)

Die wirtschaftliche Lage des Saarlandes bewerten knapp vier von fünf Befragten als "weniger gut" oder "schlecht". Das ist nach Angaben von Infratest Dimap die schlechteste Beurteilung der Konjunktur, die jemals im Saarlandtrend gemessen wurde.

Am negativsten sehen AfD-Anhänger die Lage: Rund 90 Prozent bewerten die Situation als "weniger gut" oder "schlecht". Die beste Einschätzung geben im Saarlandtrend Anhänger der Grünen – rund 29 Prozent haben noch eine positive Sicht auf die Lage.

Zu dieser Beurteilung passend zweifeln im Saarlandtrend auch viele Befragte daran, dass das Saarland noch auf die richtigen Branchen setzt und damit international wettbewerbsfähig ist. Dass das Saarland ein Industrieland bleibt, glaubt weniger als die Hälfte der befragten Saarländerinnen und Saarländer.

Mehr als jeder vierte Beschäftigte gab im Saarlandtrend an, sich Sorgen um den eigenen Arbeitsplatz zu machen. Und weniger als ein Fünftel der Befragten glaubt daran, dass die industriellen Arbeitsplätze im Saarland erhalten bleiben – quer über alle Parteianhängerschaften und Bevölkerungsgruppen hinweg. Selbst unter SPD-Anhängern überwiegt die Skepsis: Weniger als jeder Dritte sieht gute oder sehr gute Chancen.

Neue Arbeitsplätze sind im Saarland zuletzt häufiger in der Rüstungsbranche zu finden: Diehl Defence investiert Millionen in Nonnweiler und sucht neue Beschäftigte. Auch bei KNDS könnten neue Jobs entstehen. Ist also die Rüstungsbranche ein Hoffnungsträger für die Bevölkerung?

Die Meinungen sind im Saarlandtrend geteilt. Jeweils knapp weniger als die Hälfte der Befragten fänden es gut oder schlecht, wenn das Saarland als Standort zur Waffen- oder Panzerproduktion ausgebaut würde.

Insbesondere Anhänger der CDU und der SPD sind überwiegend dafür. Anhänger von AfD und Linken sprachen sich im Saarlandtrend gegen mehr Rüstungsproduktion im Saarland aus.

Über dieses Thema berichtet der SR auch in sämtlichen Informationssendungen in Radio und Fernsehen am 02.04.2025.


Zur Datenerhebung

Grundgesamtheit: Wahlberechtigte im Saarland
Erhebungsmethode: Zufallsbasierte Telefon- und Online-Befragung Erhebungszeitraum: 25. bis 28. März 2025
Fallzahl: 1.132 Befragte (738 Telefoninterviews und 394 Online-Interviews)
Gewichtung: Nach soziodemographischen Merkmalen und Rückerinnerung Wahlverhalten
Schwankungsbreite: 2 Prozentpunkte bei einem Anteilswert von 10 Prozent; 3 Prozentpunkte bei einem Anteilswert von 50 Prozent


Saarlandtrend 2025
Alle Ergebnisse des Saarlandtrends in der Übersicht
Welche Partei würden die Saarländerinnen und Saarländer wählen? Wie bewerten sie die Arbeit der Landesregierung? Was sind die drängendsten Probleme und wem trauen sie zu, diese zu lösen? Der Saarlandtrend im Überblick.

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