ZF Saarbrücken hofft auf Einigung im Zollstreit mit Trump
Die US-amerikanischen Zölle auf deutsche Exporte machen auch dem Saarbrücker Automobilzulieferer ZF Sorgen. Wie das Unternehmen mitteilte, hofft man auf eine baldige Einigung. ZF investiert derzeit rund 500 Millionen Euro in den Ausbau seines Produktionswerks in South Carolina.
Welche Folgen die angekündigten US-Zölle auf den Standort des Automobilzulieferers ZF in Saarbrücken und seine knapp 9000 Beschäftigten haben werden, lässt sich nach Angaben einer Sprecherin bisher nicht einschätzen.
Auswirkungen auf ZF-Standort Saarbrücken unklar
"Konkrete Auswirkungen auf Saarbrücken können wir zum aktuellen Zeitpunkt leider noch nicht beziffern", teilte sie auf Anfrage der Deutschen Presse-Agentur mit. Die jüngsten US-Zölle auf alle in die USA importierten Autos samt wesentlicher Komponenten und Baugruppen beträfen jedoch auch ZF.
ZF investiert 500 Millionen in South Carolina
"Unser Ansatz, möglichst viel in den jeweiligen Märkten vor Ort zu produzieren, erweist sich als richtig und notwendig", kommentierte die Sprecherin. Derzeit investiere ZF daher rund 500 Millionen Euro in den Ausbau seines Produktionswerks in South Carolina.
Hoffen auf baldige Einigung
Im Vertrauen auf vereinbarte Handelsabkommen lebe die globale Wirtschaft aber auch von grenzüberschreitendem Handel. Insofern seien weltweit negative Folgen der Zölle auf Wachstum, Wohlstand und Arbeitsplätze absehbar.
Nach Angaben der ZF-Sprecherin hoffe man "auf eine baldige Einigung, denn eine neue Welle des Protektionismus schafft nur Verlierer."
Schwierige Lage bei ZF
Unabhängig davon hatte ZF bereits im vergangenen Juli angekündigt, dass in den kommenden Jahren an den 35 ZF-Standorten in Deutschland bis zu 14.000 Arbeitsplätze gestrichen werden sollen.
In Saarbrücken sind nach SR-Information 2024 rund 1300 Arbeitsplätze weggefallen. Und auch 2025 wird es wohl weitere Reduzierungen geben.
Barke im Gespräch mit der Konzernleitung
Die saarländische Landesregierung ist mit ZF im Gespräch - Wirtschaftsminister Jürgen Barke war am Freitag zu einem persönlichen Treffen in Friedrichshafen. "Die Konzernleitung hat ein hohes Interesse daran, gemeinsam mit der Landesregierung verlässliche Perspektiven für den Standort im Saarland zu entwickeln", sagte Barke nach dem Treffen dem SR. "Ganz entscheidend für eine planbare Zukunft ist insbesondere die Hybridtechnologie als Brücke zur Klimaneutralität deutlich über 2035 zu verlängern und dafür bestenfalls noch in diesem Jahr verbindliche Regelungen zu treffen."
Über dieses Thema haben auch die SR info-Nachrichten im Radio am 04.04.2025 berichtet.