Prozessauftakt gegen 64-jährigen Saarlouiser aus der Reichsbürgerszene
Vor dem Landgericht Saarbrücken hat am Dienstag der Prozess gegen einen 64-jährigen Saarlouiser aus der Reichsbürgerszene begonnen. Die Staatsanwaltschaft wirft ihm unter anderem Bedrohung und Nazi-Symbolen vor.
Seit Dienstag muss sich vor dem Saarbrücker Landgericht ein 64-jähriger Saarlouiser aus der Reichsbürgerszene verantworten. Die Staatsanwaltschaft wirft ihm unter anderem Bedrohung, Beleidigung, Verwendung von Nazi-Symbolen und Störung des öffentlichen Friedens vor. Der 64-Jährige ist bereits wegen ähnlicher Taten verurteilt worden und sitzt in Haft.
Angeklagter missachtet das Gericht
Beim Prozessauftakt wurde Thomas G. wild gestikulierend und "Es lebe das Deutsche Reich" rufend in Handschellen von knapp einem Dutzend Beamten im Rollstuhl in den Gerichtssaal gefahren. Das Gericht lehnte er ebenso ab wie seinen Verteidiger. Der Richterin drohte er, sie zum Tode zu verurteilen.
Gefragt nach seinen Personalien, sagte er, er sei der Kaiser von China und befehlige ein ganzes Heer. Die Verlesung der Anklage strafte Thomas G. mit Missachtung, den Rücken der Staatsanwältin und dem Gericht zugewandt.
Todesdrohungen und Beleidigungen
34 Punkte umfasst die Anklageschrift - von "Sieg Heil"-Rufen in der Öffentlichkeit und den sozialen Medien, über Todesdrohungen gegen Richter bis hin zu Beleidigungen auch von politischen Würdenträgern - Innenminister Reinhold Jost (SPD) nannte er eine "Lusche". Zuletzt in Briefen aus der Haft heraus.
Die Karriere von Thomas G. als Reichsbürger begann als Aluhutträger auf Corona-Demos. Sein Auftritt am Dienstag wirkte mehr als verstörend. Das Gericht wies darauf hin, dass eine Unterbringung in der Psychiatrie in Frage kommt. Der Prozess wird am Mittwoch fortgesetzt, dann ist auch die psychiatrische Gutachterin im Gerichtssaal.
Über dieses Thema hat auch die SR info Rundschau am 25.02.2025 berichtet.