Männergesundheit: Männer wollen meistens stark sein

Gesundheit: Männer weinen heimlich

Aktionsmonat für Männergesundheit im November

Max Zettler/ Onlinefassung: Nadja Schmieding   13.11.2023 | 09:20 Uhr

Der November ist der Aktionsmonat für Männergesundheit. Da geht es um Themen wie Prostatakrebs oder Depressionen. Gerade die psychische Gesundheit ist bei vielen Männern noch immer ein Tabuthema und auch Vorsorgeuntersuchungen werden häufig nicht in Anspruch genommen.

Müssen Männer wirklich stark sein?

Bereits in der Kindheit haben viele Männer beigebracht bekommen: Männer sind Versorger und Beschützer. Das erzeugt natürlich einen gewissen Leistungsdruck. Druck, dem viele Männer irgendwann nicht mehr standhalten.

Suizidgefahr

Susanne Münnich-Hessel ist Psychotherapeutin in Kleinblittersdorf. Sie sagt, dass viele Männer auch nicht über ihre Probleme reden könnten. Sie hätten ja beigebracht bekommen, dass sie stark sein müssten. Eine gefährliche Einstellung - die sogar bis zum Selbstmord führen könne.

Etwa drei von vier Suiziden werden von Männern begangen. Viele leiden auch unter Depressionen, reden aber nicht mit Freunden oder Familie darüber und lassen die Krankheit nicht diagnostizieren. Einerseits weil sie schlichtweg nicht zum Therapeuten gehen, um nicht schwach zu wirken.

Ein junger Mann sitzt mit reumütig gesenktem Kopf am Tisch (Foto: IMAGO / Panthermedia)

Suchtgefahr: Depressionen bei Männern sind anders

Andererseits verlaufen Depressionen bei Männern anders und würden deshalb seltener erkannt, sagt die Psychotherapeutin: "Männer drücken ihre Depressionen eher über Gereiztheit, schlechte Stimmungen, aber auch über Suchterkrankungen aus. Es wird mehr Alkohol getrunken, es wird ungesünder gelebt." 

Prävention durch die Arbeitgeber

Psychischen Problemen lässt sich aber vorbeugen. Dabei ist laut Münnich-Hessel auch der Arbeitgeber als externer Einfluss gefragt. Hier müssten mehr Präventivmaßnahmen, etwa Sportgruppen, angeboten werden.

Männer müssen Selbstfürsorge lernen

Selbstfürsorge ist ein zentraler Aspekt für die Therapeutin. Sich und seinem Körper einfach mal was Gutes tun. Zur Unterstützung psychischer Gesundheit reiche es oft auch schon aus, spazieren zu gehen, ein gutes Buch zu lesen oder die Lieblingsserie zu schauen.  

Regelmäßig zur Vorsorge gehen

Neben den psychischen Erkrankungen liegt im Monat der Männergesundheit ein weitere Schwerpunkt auf den Vorsorgeuntersuchungen, die von Männern sehr gerne mal unter den Tisch fallen gelassen werden.

Häufigste Krebserkrankung: Prostatakrebs

Prostatakrebs ist auf dem Weg, die häufigste tumorbedingte Todesursache bei Männern zu werden. Das beobachtet der Klinikdirektor der Urologie und Kinderurologie in Homburg, Michael Stöckle: "Der Hauptrisikofaktor für das Auftreten von Prostatakarzinomen ist einfach das Lebensalter. Das heißt, je älter wir werden, desto größer auch unser Risiko schlussendlich doch irgendwann am Prostatakarzinom zu erkranken und vielleicht auch dran zu sterben." 

Mann beim Arzt nach einer Krebsbehandlung (Foto: Bildnachweis: picture alliance/Andreas Arnold/dpa)

Ab 45 Jahren regelmäßig zum Check

Ab 45 Jahren bezahlen die Krankenkassen Männern jedes Jahr einmal die typische Abtastung. Die sieht Michael Stöckle aber kritisch: "Dieses Abtasten mit dem Finger, von dem wissen wir inzwischen, dass, wenn ein Prostatakarzinom tastbar ist, dieser Tumor dann häufig bereits relativ fortgeschritten ist, also im Stadium eher zweifelhafter Heilbarkeit." Stöckle rät daher zu einem sogenannten PSA-Test. Das ist ein etwas genauerer Bluttest, der zwischen 25 und 35 Euro kostet.

Ansonsten gilt auch bei Prostatakrebs: Wer sich gesund ernährt und sich ausreichend bewegt, hat auch hier ein geringeres Erkrankungsrisiko.


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