Streik: Kommunale Kitas im Saarland blieben dicht
Die kommunalen Kitas im Saarland waren am Freitag geschlossen. Die Gewerkschaften Verdi und GEW hatten im Tarifstreit im öffentlichen Dienst zum Streik aufgerufen. Auch Beschäftigte im Gesundheitsbereich haben ihre Arbeit niedergelegt.
Etwa 800 Menschen haben sich nach Angaben der Polizei gegen 10.00 Uhr auf dem Vorplatz der Ludwigskirche in Saarbrücken versammelt. In der Kundgebung prangerten die Rednerinnen und Redner vor allem die hohe Arbeitsbelastung im Gesundheits- und Sozialsektor bei vergleichsweise zu geringer Bezahlung an. Das mache den Beruf unattraktiv.
Für eine Aufwertung fordert Verdi acht Prozent mehr Lohn, mindestens aber 350 Euro mehr im Monat sowie drei Tage mehr Urlaub - für Gewerkschaftsmitglieder einen weiteren Tag obendrauf. Die nächsten Tarifverhandlungen stehen am 14. März an. In den vergangenen beiden Verhandlungsrunden hatte die Arbeitgeberseite kein Angebot vorgelegt. Für kommenden Donnerstag hat Verdi bereits eine weitere Protestveranstaltung in Saarbrücken angekündigt.
Arbeitgeberverband kritisiert Kita-Streiks
Der Kommunale Arbeitgeberverband Saar (KAV Saar) ist nach eigenen Angaben "irritiert" über die aktuellen Streiks in den kommunalen Kindertagesstätten. In den vergangenen Jahren habe es bereits deutliche Lohnsteigerungen für Erzieherinnen und Erzieher gegeben. Es gebe daher "keine sachliche Grundlage für die aktuellen Arbeitskampfmaßnahmen".
Streiks in Kliniken am Donnerstag
Schon am Donnerstag waren Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in den kommunalen Krankenhäusern im Saarland dazu aufgerufen, ihre Arbeit niederzulegen.
Bestreikt wurden die Winterberg-Klinik in Saarbrücken, die SHG-Kliniken auf dem Sonnenberg, in Völklingen und in Merzig, das Kreiskrankenhaus in St. Ingbert sowie die Knappschaftskrankenhäuser in Sulzbach und Püttlingen.
Zu einer zentralen Kundgebung auf dem Tbilisser Platz in Saarbrücken kamen rund 1300 Menschen, darunter Beschäftigte vom Winterberg, den Knappschaftskliniken Saar und dem Kreiskrankenhaus St. Ingbert. Auch Mitarbeiter zahlreicher rheinland-pfälzischer Kliniken waren vor Ort.
Müllentsorgung wird in Saarbrücken nicht nachgeholt
Zum Auftakt der Warnstreiks am Mittwoch waren die saarländischen kommunalen Energieversorger, aber auch kommunale Bau-, Wertstoff- und Friedhöfe sowie die Müllabfuhr betroffen – so etwa in Saarbrücken beim Zentralen Kommunalen Entsorgungsbetrieb (ZKE).
Über dieses Thema haben auch die SR info-Nachrichten im Radio am 07.03.2025 berichtet.