Eine Frau steht in einem Bürozimmer am Fenster und telefoniert (Foto: picture alliance/dpa | Annette Riedl)

Viele Frauen arbeiten in Teilzeit

  06.03.2025 | 15:36 Uhr

Teilzeitbeschäftigung ist im Saarland nach wie vor eine Frauendomäne. Das geht aus Zahlen der Regionaldirektion der Bundesagentur für Arbeit hervor. Nach Einschätzung der Behörde birgt die allerdings ein hohes Altersarmutsrisiko.

Von insgesamt 112.000 Teilzeitbeschäftigten im Juni vergangenen Jahres waren 88.900 Frauen. Das entspricht einem Anteil von fast 80 Prozent, teilte die Regionaldirektion der Bundesagentur für Arbeit am Donnerstag mit. „Frauen sind nach wie vor häufiger durch Kinderbetreuung und häusliche Pflege gebunden. Oft ist dies ein Grund für die Teilzeitbeschäftigung“, erklärt Heidrun Schulz.

Die berge jedoch ein hohes Altersarmutsrisiko. Denn die mit verkürzter Arbeitszeit verbundenen Lohneinbußen führten dazu, dass der Aufbau einer eigenständigen Alterssicherung oft nicht ausreichend sei, so Schulz.

Video [aktueller bericht, 07.03.2025, Länge: 3:23 Min.]
Frauen verdienen immer noch weniger als Männer

Vereinbarkeit von Beruf und Familie

„Daher ist es wichtig, dass wir gemeinsam mit unseren Partnerinnen und Partnern am Arbeitsmarkt Rahmenbedingungen schaffen, um die Vereinbarkeit von Beruf und Familie zu verbessern.“ Gleichzeitig verweist sie auf Beratungsangebote, Dienstleistungen sowie Fördermöglichkeiten der Agentur für Arbeit und der Jobcenter.

Wie aus den Zahlen der Bundesagentur für Arbeit weiter hervorgeht, arbeiteten im vergangenen Jahr 28,5 Prozent der Frauen im Gesundheits- und Sozialwesen, gefolgt vom Handel, in dem 15,4 Prozent der Frauen beschäftigt waren. Bei den Männern konzentrierte sich der größte Beschäftigungsanteil mit rund einem Drittel auf das Verarbeitende Gewerbe.

Video [aktueller bericht, 07.03.2025, Länge: 2:34 Min.]
Marion Bredebusch von der BPW zur Gender Pay Gap

Regionale Unterschiede

Aufgrund der unterschiedlichen hohen Beschäftigungsanteile in den verschiedenen Branchen gibt es saarlandweite auch große Unterschiede, in welchen Orten mehr Frauen oder mehr Männer beschäftigt sind. Teilweise liegt die Frauenquote bei allen sozialversicherungspflichtig Beschäftigten bei mehr als 60 Prozent.

Über dieses Thema hat auch der SAARTEXT am 06.03.2025 berichtet.


Mehr zum Arbeitsmarkt im Saarland

Große regionale Unterschiede
Wo berufstätige Frauen im Saarland klar in der Mehrheit sind
Nach wie vor gibt es im Saarland mehr berufstätige Männer als Frauen. In jeder dritten Kommune hat sich das Bild aber bereits umgekehrt – hier sind die Frauen in der Mehrheit. Das hat vor allem mit der ungleichen Verteilung der typischen Männer- und Frauenberufe im Saarland zu tun.

Zehn-Jahres-Vergleich
Wo die meisten neuen Jobs im Saarland entstanden sind
Auch wenn die Beschäftigung im Saarland zuletzt stagnierte: In den vergangenen zehn Jahren sind hier mehrere Tausend neue Jobs entstanden. Die Entwicklung verlief regional aber sehr unterschiedlich. Zu den großen Gewinnern zählen Quierschied, Schiffweiler und Freisen.

Arbeitslosigkeit gestiegen
Erneut mehr Saarländer ohne Job
Die Zahl der Arbeitslosen im Saarland ist im Januar erneut angestiegen. Nach Angaben der Agentur für Arbeit waren 39.800 Menschen ohne Job. Gleichzeitig gibt es auch weniger offene Stellen.

Artikel mit anderen teilen


Push-Nachrichten von SR.de
Benachrichtungen können jederzeit in den Browser Einstellungen deaktiviert werden.

Datenschutz Nein Ja