Krönt sich Elversberg gegen Spitzenreiter Paderborn zum neuen Tabellenführer?
Die Topspiel-Wochen bei der SV Elversberg reißen nicht ab. Nach den Siegen gegen Hannover und Düsseldorf wartet in der 2. Bundesliga am Samstag im Stadion an der Kaiserlinde Spitzenreiter SC Paderborn. Bei einem Sieg winkt die Tabellenführung für die Elv.
Gipfeltreffen in Elversberg oder tabellarisch ausgedrückt: Der Tabellendritte empfängt den Spitzenreiter aus Paderborn. Dabei würde die Mannschaft von Trainer Horst Steffen nach dem Überraschungssieg vergangene Woche in Düsseldorf die eigene Serie gerne weiter ausbauen.
„Es ist schon gewaltig, was in den letzten Wochen und Monaten passiert ist“, resümiert Steffen, dessen Team aus den letzten sieben Ligaspielen nur eines verlor und dabei Siege gegen Mannschaften wie Hertha BSC (4:1), Kaiserslautern (1:0), den Hamburger SV (4:2) oder Hannover 96 (3:1) und Düsseldorf (2:0) feiern konnte.
Zwei Provinzklubs rocken die Liga
Die oft als „Provinzklub“ belächelte SVE rockt Liga zwei – gleiches gilt jedoch auch für den kommenden Gegner. „Wenn eine Mannschaft in 13 Spielen ein Mal verliert und Tabellenerster ist, dann laufen viele Dinge gut“, unterstreicht auch Elversbergs Trainer die Formstärke der Ostwestfalen.
Der SCP feierte zuletzt einen Last-Minute-Erfolg. Trotz zwischenzeitlichem Rückstand und Unterzahl gelang durch das Kopfball-Tor von Calvin Brackelmann gegen den 1. FC Nürnberg in der sechsten Minute der Nachspielzeit noch der Sieg – und damit der Sprung an die Tabellenspitze.
SVE für Lukas Kwasniok „Geheimfavorit auf die ersten drei Plätze“
„Sie sind sehr stabil, spielen wirklich immer wieder angepasst an den Gegner und haben eine Grundstruktur, die sehr verlässlich ist“, findet SVE-Trainer Steffen. Sein Gegenüber, SCP-Coach Lukas Kwasniok, hat über die Elv eine ähnliche Meinung.
„Sie spielen einen sehr guten Ball, sind sehr klar in ihren Abläufen und sie verfolgen eine klare Idee“, urteilt Kwasniok, der zwischen 2019 und 2021 Trainer des 1.FC Saarbrücken war. „Für mich ist die SV Elversberg ein echter Geheimfavorit auf die ersten drei Plätze.“
Luca Schnellbacher feiert Comeback
Freude über die Tabellenplatzierung herrscht auch in Elversberg – überbewerten will Horst Steffen diese aber nicht: „Das hat mich total gefreut, dass wir das erste Mal sagen können, dass wir unter den ersten Drei sind, aber vielmehr war es bei mir auch nicht.“
In der vergangenen Saison gewann die SVE das Duell an der Kaiserlinde mit 4:1. Damals noch beim SC Paderborn unter Vertrag: Maximilian Rohr. Er kennt den anstehenden Gegner deshalb gut und aus seiner Sicht kann am Samstag so ziemlich alles passieren – vor allem wegen Trainer Kwasniok: „Der hat Ideen – das ist völlig verrückt und wahnsinnig. Das Problem daran ist, dass es nahezu immer funktioniert.“
Der Defensivmann der SVE erwartet deshalb ein enges Spiel. Erneut den Unterschied machen könnte der Matchwinner des Hinspiels der vergangenen Saison: Luca Schnellbacher, der nach überstandener Knieverletzung vergangenen Woche in Düsseldorf sein Comeback feierte und am Samstag wieder von Beginn an auflaufen könnte.
Mit drei Punkten an die Tabellenspitze?
Personell fehlen werden der SVE - wie schon in den vergangen Wochen - die Langzeitverletzten um Kapitän Robin Fellhauer, Mittelfeldstratege Semih Sahin und Abwehrspieler Florian Le Joncour.
Bei einem eigenen Sieg gegen Paderborn (aktuell 24 Punkte) winkt den Elversbergern (aktuell 22 Punkte) sogar die Tabellenführung – abhängig vom Ausgang der Partie des zweitplatzierten Karlsruher SC, der am Sonntag (13.30 Uhr) auf den HSV trifft. „Was am Ende des Spieltags rauskommt, werden wir sehen“, kommentiert Trainer Steffen mit einem Lächeln.
Anpfiff der Begegnung ist am Samstag um 13.00 Uhr im Stadion an der Kaiserlinde. Die Partie in voller Länge gibt es im Audiostream der Sportschau und in Ausschnitten auf SR3 Saarlandwelle zu hören. Die Zusammenfassung zum Nachlesen findet sich nach Abpfiff auf SR.de. Die Bilder zum Spiel zeigt das SR Fernsehen am Sonntag in den Nachrichtensendungen und einen ausführlichen Nachbericht gibt es in der sportarena.